Und täglich grüsst das Murmeltier. So hiess eine Filmkomödie mit Bill Muray aus dem Jahre 1993. Ein Moderator einer Wettersendung sitzt in einer Zeitschleife fest und erlebt denselben Tag immer wieder. So oder so ähnlich kommt es einem vor, wenn man Stimmrechtsalter 16 hört. Nach 2006 und 2016 kommt wiederum 2024 das Begehren vor den Grossen Rat. Das Stimmvolk wird am 24. November 2024 darüber abstimmen dürfen. Ein Komitee aus allen Jungparteien (ausgenommen der Jungen SVP) unterstützen das Anliegen. Mitgetragen wird die Initiative von der SP und der Grünen Partei, sowie von Pro Juventute und dem Jugendparlament Aargau.
Die Forderung ist relativ einfach: «Kinder» ab 16 Jahren dürfen an Abstimmungen und Wahlen des Kantons Aargau teilnehmen, können jedoch selbst erst wie bisher mit 18 Jahren in ein Amt gewählt werden.
Die Argumente sind genauso einfach wie die Forderung. Junge Menschen sollen mehr eingebunden werden und unsere Zukunft früher mitgestalten. Der Einwand, dass das Medianalter der Wählenden durch das Herabsetzen des Stimmrechtsalters ebenfalls sinken wird, kann nicht nachvollzogen werden. Das Durchschnittsalter der Wählenden liegt in der Schweiz momentan bei 57 Jahren, durch eine Herabsetzung der Altersgrenze, wird der Durchschnitt nicht merklich sinken. Politisches Desinteresse mit 18 Jahren ändert sich nicht, wenn man bereits mit 16 abstimmen kann. Dass dadurch der Aargau als fortschrittlich bezeichnet werden kann ist einfach eine leere Floskel.
Fehlende Lebenserfahrung wird völlig ausgeblendet und zukünftig können Personen dann abstimmen und wählen, jedoch nicht rechtsgültige Verträge unterschreiben. Es ist zwingend, dass Mündigkeitsalter dem Stimmrechtsalter entspricht. Es darf nicht sein, dass man Rechte und Pflichten voneinander trennt. Deshalb hat die zuständige Grossratskommission die Initiative zur Ablehnung empfohlen und die Hoffnung besteht, dass das Stimmrechtsalter 16 nach dem 24. November endgültig vom Tisch ist.
